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Heute führen Bernd und Christian Schwartbeck (v.l.) das Unternehmen in dritter Generation. Seniorchef Bernhard Schwartbeck hält sich mittlerweile im Hintergrund

Diese Luftbildaufnahme zeigt das Unternehmen an der Alten Maate 1958

Kurz nach der Firmengründung 1946 konzentrierte sich das Unternehmen von Bernhard Schwartbeck auf den Landmaschinenbau

Das Unternehmen Fortuna Fahrzeugbau am Standort Alte Maate heute

Erinnerungsstück: Diese Zeichnung entstand bei der ersten Zusammenarbeit von Fortuna mit Doppstadt

Freitag, 27. Dezember 2019

Ochtrup einst und heute

Bei Fortuna wurde anfangs einfach alles gebaut
von Anne Steven (Quelle: externer Link zu den WN)

Ochtrup - 1946 war der Name ein anderer und auch der Fokus des Unternehmens Fortuna Fahrzeugbau, das bis ins Jahr 1949 noch unter Bernhard Schwartbeck Landmaschinen firmierte, lag woanders. Bis heute hat der Betrieb einen starken Wandel durchlebt und mauserte sich vom kleinen Reparaturbetrieb für Landmaschinen zu einem Unternehmen, das seine Fahrzeuge deutschlandweit vertreibt – über die Firma Doppstadt sogar in die USA und nach Japan.

Eigentlich hatte der Gründer des Unternehmens Fortuna Fahrzeugbau, Bernhard Schwartbeck, beruflich etwas ganz anderes vor. Doch nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs waren seine Kenntnisse als Flugzeugbauingenieur in Deutschland nicht mehr gefragt. „Flugzeugbau war damals hier verboten“, weiß sein Sohn, der auch den Namen Bernhard Schwartbeck trägt. So musste der Vater also neue Wege beschreiten. Und das tat er. Am 23. März 1946 hob er besagtes Unternehmen aus der Taufe – damals noch unter dem Namen Bernhard Schwartbeck Landmaschinen.

Erst drei Jahre später erfolgte eine Namensänderung. Seine Frau Gertrud machte den Vorschlag, die Firma fortan Fortuna Fahrzeugbau zu nennen. Warum, darüber können ihre Nachkommen nur spekulieren. „Das hat sie mir nie verraten. Sie hat nur immer gesagt, dass der Name Schwartbeck zu lang sei“, meint Sohn Bernhard. Ein Werbeslogan war übrigens damals auch schnell gefunden: „Warum noch quälen, Fortuna wählen.“

Doch gebaut haben Bernhard Schwartbeck senior und seine Mitarbeiter anfangs kaum Maschinen. Vielmehr galt es, auf dem Gelände an der Alten Maate, wo das Unternehmen auch heute noch seinen Sitz hat, alte und defekte Landmaschinen zu reparieren. In der Nachkriegszeit herrschte überall Materialmangel. Da musste mitunter improvisiert werden. „Den ersten Hallenträger haben sie aus der Erde gezogen“, erzählt Bernhard Schwartbeck junior. Das Metallstück war dort im Krieg versteckt worden. Nun tat es gute Dienste.

Neben Reparaturarbeiten beschlugen die Schwartbeck-Mitarbeiter in dieser Zeit übrigens auch noch Pferde und zogen Ackerwagenreifen auf. Und im Winter, wenn es in der Landtechnik nicht so viel zu tun gab, dann bauten sie Heizungen und einmal sogar eine Waschmaschine. „Das war eine Schaukelwaschmaschine“, erzählt der heutige Firmeninhaber Bernd Schwartbeck von den Ausflügen seines Großvaters in die Welt der Haushaltsgeräte. „Ich glaube, die haben damals einfach alles gebaut, was gebraucht wurde. Doch mittlerweile stellen andere Firmen ja auch ganz gute Waschmaschinen her“, meint er schmunzelnd.

Etwa 20 Mitarbeiter beschäftigte Fortuna damals. Die Hälfte von ihnen waren Vertriebene aus den ehemaligen deutschen Ostgebieten. „Darauf bestand mein Vater“, erzählt Bernhard Schwartbeck. Sein Vater sei während seines Studiums und später im Krieg viel im Osten eingesetzt gewesen. Das habe ihn mit den Menschen und der Gegend verbunden. Diskriminierungen, wie sie Vertriebenen damals in Ochtrup oftmals erlebten, habe sein Vater nicht zugelassen. „Da hatte er eine ganz klare Kante.“
Der Firmengründer konzentrierte sich in den 50er Jahren schließlich auf den Landmaschinenbau. 1952 kam die erste Maschine auf den Markt. Den Fortuna-Spezial, einen Stalldung¬streuer und Vielzweckwagen baute und verkaufte das Unternehmen bis Ende der 90er Jahre, erzählt Bernhard Schwartbeck junior. Der Allrounder brachte 2,5 Tonnen auf die Waage, konnte sowohl von einem Schlepper als auch von Pferden gezogen und ab einer Leistung von zehn PS betrieben werden. „Heute kommen wir bei unseren Fahrzeugen locker auf 34 Tonnen“, zieht Bernd Schwartbeck den Vergleich zur aktuellen Produktion.

Bis 1982 war der Firmengründer im Betrieb tätig. Dann wandte er sich an seinen Sohn Bernhard. „Ich war damals eine Zeit lang von Zuhause weg. Irgendwann rief mich mein Vater an und sagte: ‚Entweder ich verpachte alles oder du übernimmst’.“ Und der Sohn kehrte zurück. Damals gehörten zwölf Mitarbeiter zum Betrieb. Gebaut wurden Stalldungstreuer, Futtermixer, Rübenschneider, Kipper und ähnliches.

Im Juni 1983 stieß der heutige Betriebsleiter Karl-Heinz Knöpper zum Unternehmen. „Mit ihm habe ich mich sofort gut verstanden. Er hat die Firma geprägt“, erzählt Bernhard Schwartbeck, dessen Vater 1993 verstarb.

Knöpper sei damals Nebenerwerbslandwirt gewesen und habe direkt verstanden, worum es beim Bau von Landmaschinen ging. Während er also die Betriebsleitung übernahm, kümmerte sich Bernhard Schwartbeck um den kaufmännischen Teil. Nur kurze Zeit später erfolgte die Spezialisierung auf den reinen Fahrzeugbau. Der Reparaturbetrieb wurde eingestellt. „Und dann ist das Unternehmen langsam gewachsen“, freut sich der heutige Senior.

Entscheidend sei dabei das Zusammenkommen mit der Firma Doppstadt gewesen. Das damalige Lohnunternehmen fertigte Reinigungsmaschinen für Kläranlagen und war 1985 auf der Suche nach einer Firma, die Fahrgestelle baute. „Die hatten ein paar Anhänger von uns. Auf einer alten Preisliste stand noch eine Telefonnummer. Da haben sie bei uns angerufen“, erinnert sich Bernhard Schwartbeck an den ersten Kontakt des, so Schwartbeck, „Marktführers im Bereich Umwelttechnik“ mit mehr als 700 Mitarbeitern. Die Zusammenarbeit harmonierte. Bernhard Schwartbeck hat die erste handschriftliche Zeichnung in seinen Unterlagen aufbewahrt. Heute geht natürlich alles computergestützt und digital. Doch noch immer fertigt Fortuna die Fahrgestelle für Doppstadt. Mittlerweile ist dieser Unternehmenszweig in eine Halle an der Schützenstraße ausgelagert. Die Eigenmarke Fortuna wird weiterhin an der Alten Maate gebaut.

Seit 2012 führt die dritte Generation das Unternehmen. Bernd und Christian Schwartbeck sind im Unternehmen aufgewachsen. Ihr Einstieg dort sei immer eine Möglichkeit, aber niemals Zwang gewesen, betont Bernd Schwartbeck. Mittlerweile hat die Firma 80 Mitarbeiter. Und natürlich spielt moderne Technik in solch einem Betrieb eine große Rolle. Wobei Bernd Schwartbeck betont, mit Maschinen wie dem neuen Schweißroboter werde die Arbeit erleichtert. Es gehe nicht darum, Stellen abzuschaffen. „Während der Roboter übernimmt, kann ich die Mitarbeiter anderweitig einsetzen.“ Die Kunden kommen heute wie früher aus der Landwirtschaft. Es sind aber auch Kommunen, Lohnunternehmen sowie Garten- und Landschaftsbauer darunter. Ihre Wünsche versucht das Unternehmen möglichst individuell umzusetzen. Fortuna vertreibt seine Fahrzeuge deutschlandweit und über die Firma Doppstadt sogar in die USA und nach Japan.

Pressekontakt:

Fortuna Fahrzeugbau GmbH & Co. KG
Marketing / Vertrieb
Dipl. Betriebswirt (FH) Sven Frenger
Alte Maate 16
48607 Ochtrup

sven.frenger@fortuna.de